Der Alchemist: Künstler Sasha Knezevic über Recycling und Verwandlung
Nach einer Karriere im Profi-Basketball wurde Sasha Knezevic als internationales Topmodel bekannt, arbeitete mit Fotografen wie Peter Lindbergh, Mario Sorrenti, Steven Meisel, Inez Vinoodh oder Alexi Lubomirski. Zurück in der österreichischen Hauptstadt sorgt er jetzt mit seinen Werken für Furore. Die Schweighofer-Privatstiftung stellte ihm freie Flächen im Palais Herberstein für seine Solo-Ausstellung zur Verfügung.
Vom Profi-Basketball in die internationale Modewelt und jetzt Künstler. Das ist ein Lebensweg, der sich so kaum planen lässt. Wann hat sich die dritte Station herauskristallisiert?
Sasha Knezevic: "Als ich vor 5 Jahren aus New York zurück nach Wien gekommen bin, hatte ich meine erste Ausstellung vor dem MQ. Die Kunst war eigentlich auch schon immer ein Bestandteil von mir. Die Kreativität und Eindrücke möchte ich wiedergeben und in meinen Werken festhalten, dabei spielen Leidenschaft und Spontanität eine große Rolle."
Ihre Werke sind plakativ, abstrakt, großformatig: Welchen Eindruck soll der Betrachter haben und welche Message soll im Kopf nachhallen?
Sasha Knezevic: "Ich sehe mich als Recycling Künstler, vielleicht sogar eher als ein Alchemist, der Propaganda und Werbung in Kunst umwandelt. Verwandlung ist ein großer Bestandteil unseres Seins und unsere einzige Sicherheit. Wenn der Betrachter dieses Gefühl erleben kann habe ich meine Arbeit gut gemacht."
Der weibliche Körper als Silhouette ist ein widerkehrendes Motiv. Wie kam es dazu?
Sasha Knezevic: "Ich kann sehr vieles nicht in Worte fassen aber glaube an eine höhere Inspiration. Die weibliche Silhouette verkörperte meine Art von einer Muse und diese Energie lasse ich in meinen Bildern tanzen."
Die Kunstwelt ist eine sich immer schneller drehende. Wie kann man als Kunstschaffender darin bestehen?
Sasha Knezevic: "In dem man nicht nach seinem Stil sucht sondern sich von allen Schablonen und Vorurteilen befreit und dabei sich immer wieder von neuem selbst erfindet."
Wie sieht Ihre "Welt" im Palais Herberstein aus und was war bei der Gestaltung des Fläche wichtig?
Sasha Knezevic: "Ich arbeite sehr spontan und lasse mich von einem Raum sehr gerne inspirieren. Dabei lasse ich die Räumlichkeiten auf mich wirken und bringe meine Kreativität anschließend auf die Bilder oder sogar direkt auf die Wände. Ich bin sehr dankbar, dass die Schweighöfer-Privatstiftung Künstler unterstützt und mir bei meiner Kreativität freie Bahn gewährt hat. Hier auch noch einmal ein großes Dankeschön an Johannes Marek und Petra Gamböck, ohne die dieses Projekt nicht zustande gekommen wäre."
London, Paris, New York - die Epizentren der Kunstwelt sind vielfältig. Was kann Wien, was andere nicht können?
Sasha Knezevic: "Wien war schon immer ein Epizentrum für große Künstler und eine neue Generation Schaffender bahnt sich an. Das besondere an Wien ist, dass es junge Künstler unterstützt und fördert."
Bis zum 30.7.2021 sind die Kunstwerke im Palais Herberstein (nach Termin) zu sehen. Anmeldung unter office (at) super-market.at