Art & Culture

Balázs Vernes: Von modischen Superhelden und zitatreicher Kunst

Gerade erst feierte Künstler Balázs Vernes den Launch der 'Superheroes Series' mit der ukrainischen Marke TTSWTRS. Mit L'Officiel Austria redete er über NFTs, die Macht der Worte in Bildern und deren Schaffungsprozesse.

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11 Superheld:innen sind es geworden, die Balázs Vernes mit TTSWTRS für ihre neue Superhero Series entwickelte. Das Label, das in Wien gerade im 1. Bezirk (Gluckgasse 1) mit einem sehr futuristisch und vor allem sehenswerten Store eröffnete, ist nicht nur in der Ukraine mit Designerin Anna Osmekhina sehr bekannt, stattete es doch Stars wie Kylie Jenner oder Nicki Minaj aus.

Wie würden Sie Ihre Kunst beschreiben? 

Balázs Vernes: "Meine Kunst ist definitiv eine Mischung aus Texten, Illustrationen, Malerei und einer Art collagenartigen Zusammensetzung diverser Elemente aus der Pop-Kultur, Comics, Illustrationen der letzten Jahrhunderte und einem kleinen Tropfen sozialkritischen Zynismus. Großer Einfluss war dabei immer schon meine Arbeit als Grafiker. Deshalb sind meine Bilder schon bevor sie auf die Leinwand kommen konzeptioniert. Sie entwickeln sich dann im Prozess immer weiter. Ich denke der Begriff Pop- und/oder Street-Art trifft es ganz gut, aber persönlich tue ich mir immer schwer es zu betiteln."

Sie arbeiten mit unterschiedlichen Materialien - wie entwickeln Sie Ihre Werke?

Balázs Vernes: "Wie bereits gesagt ist meine Arbeit als Grafiker einer der größten Einflüsse in der Kreation der Kunst. Daher fällt auch oft die Angst weg mit einer Spraydose, eine, Lack oder sogar Spachtelmasse auf das Bild raufzuarbeiten. Vor allem angesichts dessen dass ich das was digital super einfach geht, Ebenen zu erstellen, dann analog umsetzen muss. Oft ein sehr chaotischer Prozess bis es genau so wird, wie ich mir das vorstelle."

"Es kommt immer öfter vor, dass mir ein Zitat durch den Kopf schießt und das Bild fast schon als Begleiterscheinung entsteht."

Man findet Zitate und Poesie in Ihren Werken. Was inspiriert Sie dazu?

Balázs Vernes: "Da musste ich grad echt lachen, denn mein engster Freund sagt immer spaßhalber dass ich meine mentalen Probleme quer über die Welt kleistere. Sei es ein Mural in einem Restaurant oder eben auf einer Leinwand. In aller Ehrlichkeit sind die Zitate oder Sprüche sehr oft eine sehr genaue Reflexion meiner inneren Gemütszustände. Das muss jetzt nicht immer von Negativität gesprägt sein, sondern es sind oft auch Momente der Ruhe. Das war dann auch ein essentieller Teil der Kampagne für TTSWTRS. Das Team hat mich gebeten meine Gedanken auf die Kampagnenfotos dieser zu schreiben. Daraus entstanden dann Zitate wie 'life is golden'."

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Ist zuerst das Zitat da oder entwickelt sich die Idee während dem Malen? 

Balázs Vernes: "Spannende Frage. Es kommt derzeit immer öfter vor, dass mir ein Zitat durch den Kopf schießt und das Bild fast schon automatisch als Begleiterscheinung entsteht. Der Prozess bleibt aber flexibel, mal so mal so würde ich sagen. Manchmal ist dieser Prozess eben fast schon wie ein Leerlauf im Hirn und ich schreiben Dinge nieder ohne wirklich aktive Gedanken dazu zu haben - also mein Bauchgefühl auf Papier gebracht." 

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Am internationalen Kunstmarkt sind in den letzten zwei Jahren NFTs regelrecht explodiert. Wie sieht die österreichische Kunstszene diese Form der digitalen Vermarktung?

Balázs Vernes: "NFTs sind ein spannendes Thema, wo ich glücklicherweise schon sehr früh mit dabei war und meine Erfahrungen sammeln konnte. Ich sehe das Potential ganz stark in der Authentifizierung von Werken, aber da könnte ich jetzt endlos ausschweifen. Wie so oft in Österreich, schlafen hier noch viele, aber es wird definitiv noch einen Aufschwung geben. Derzeit arbeite ich gerade mit dem Szene-Lokal Treehaus an eigenen NFT Assets, welche nicht nur einfache Collectibles, sondern auch als Pässe für bestimmte Veranstaltungen oder Secret Menu Items dienen sollen."


Verraten Sie uns Ihre Pläne für 2023 und 2024? 

Balázs Vernes: "Ich plane definitiv eine Solo-Ausstellung 2023 in Wien, 2024 auch außerhalb Österreichs und möchte dazu im Ausland an meiner Kunst arbeiten. Ich hab einige Locations im Kopf, aber wie sagt man so schön: 'all in due time'".

Fotos: TTSWTRS, Portrait: Philipp M. Ernst

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